Auswandern ja – aber ohne Hilfe geht es nicht

Wer nach Spanien auswandern möchte, sollte sich bereits im Vorfeld jede Menge Informationen einholen. Denn gerade die Arbeitslosigkeit in Spanien ist besonders hoch. Wir haben das Glück, dass wir unseren Job mit nach Spanien nehmen können und so erst gar nicht auf Arbeitssuche gehen müssen. Gerade Andalusien hat eine extrem hohe Arbeitslosigkeit und es dürfte schwer werden, dort den entsprechenden Job zu finden. Nicht umsonst gehen jede Menge Spanier in andere Länder, um eine Arbeit zu finden.

Bürokratie – von Deutschland ist man ja schon einiges gewohnt

Doch in Spanien ist es nicht viel weniger, eher mehr. Wichtig ist vor allem die N.I.E. Nummer, ohne die in Spanien NICHTS geht. Gibt es im Internet die Information, dass diese N.I.E. Nummer im spanischen Konsulat in Deutschland beantragt werden kann, entspricht dies schlicht und einfach nicht der Realität. Denn wir haben es versucht und sind immer abgewiesen worden. Die N.I.E. Nummer kann man also erst in Spanien beantragen. Jedoch muss man dazu nicht in Spanien wohnen. Es würde auch reichen, wenn man einen „Urlaub“ an dem Wunschort macht und dann diese wichtige Identifikation beantragt. Denn in der Regel wird in diesem Kurzurlaub alles wichtige geregelt. Die Verträge werden unterschrieben, ein Bankkonto wird eröffnet und die N.I.E. kann beantragt werden, da man eine spanische Adresse bei der Beantragung angeben muss.. Dies erleichtert die Wochen nach dem Umzug ungemein. Wir wussten das vorher nicht, bzw. haben uns auf die Informationen mit dem Konsulat verlassen. Also müssen wir gleich am ersten oder zweiten Tag, nach Ankunft in Spanien, unsere N.I.E. Nummer beantragen.

Allerdings gehen auch die Meinungen auseinander, wie lange es dauert, bis sie abholbereit ist. Einige sagen, dass man sie gleich bekommt, andere dagegen erzählen, dass es auch einige Wochen dauern kann. Also müssen wir uns natürlich überraschen lassen und hoffen, dass es zügig geht. Ich werde selbstverständlich genau berichten, wie die Beantragung und eventuelle Abholung der N.I.E. Nummer vor sich geht.

Die Haussuche – vom Internet bis zur Besichtigung

Vorab haben wir uns zahlreiche Häuser im Netz angeschaut, bei einigen Maklern angefragt und uns dann die zehn „schönsten“ aus der Vielzahl der Angebote ausgesucht. Mein Mann, der dann vor Ort war, hat sich mit den Maklern alles angeschaut und Infos, wie etwa Strom, Gas, Wasser etc. eingeholt. Wichtig ist vor allem, dass Sie dem Makler vertrauen. Wir hatten sehr viel Glück mit unserer Maklerin, da sie einfach Gold wert ist. Sie bemüht sich sehr und hat uns viel, bezüglich der Schulanmeldung, Internet und auch Bank geholfen, obwohl Sie keinen Cent von uns bekommt! Selbstverständlich werden wir Ihr etwas für die Kaffeekasse geben, denn Karen hat sich wirklich ganz toll um uns gekümmert und geholfen, wo es nur ging! Und dies ist unsere tolle Maklerin: Casa y Campo – Karen O’Hagan: Mietobjekte zur Langzeit- und Ferienmiete

VORSICHT: Makler, die Geld von dem Mieter verlangen, sind Abzocker!! Denn in Spanien zahlen die Vermieter die Maklergebühren und nicht die Mieter.

Auswandern mit Kindern

Alleine auszuwandern ist um einiges einfacher, als mit Kindern dieses Abenteuer zu wagen. Denn ist man alleine und nach kurzer Zeit stellt man fest, dass es nicht das ist, was man sich so vorgestellt hat, geht man eben einfach wieder zurück. Mit Kindern hingegen sieht dieser Schritt schon anders aus. Da kann man nicht einfach mal nach ein paar Monaten wieder in die alte Heimat. Die Kids, egal wie alt sie sind, können nicht ständig neu „verpflanzt“ und von der Schule, wie auch aus dem Freundeskreis herausgerissen werden. Daher sollte man sich wirklich sicher sein, dass dieser Schritt für eine lange Zeit sein sollte. Selbstverständlich kann immer etwas unvorhergesehenes passieren, aber das ist in der Regel auch etwas, das man nicht einplanen kann. Aus diesem Grund sollten Sie sich ganz sicher sein, bevor Sie diesen Schritt mit Ihrem Kind oder Ihren Kindern gehen!!

Weiterhin sollte der Ort genau ausgewählt werden. Hier spielen ärztliche Versorgung wie auch die Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten eine große Rolle. Welche Hobbies hat Ihr Kind und kann es diese auch dort ausüben, wo Sie sich niederlassen möchten. Wie weit ist die Schule entfernt? Wohnen Kinder in der Nähe, damit Ihr Nachwuchs auch gleich Anschluss findet?! Fragen, die Sie nicht außer Acht lassen sollten.

Diese Punkte waren für uns sehr wichtig!

Für uns beispielsweise war es auch sehr wichtig, dass wir nicht in einem Ort wohnen, in dem sehr viele Touristen sind. Es wäre zwar ein Traum gewesen, direkt am Meer ein Häuschen zu haben, aber was tut man nicht alles für seine Kinder 🙂 Dies hat den einfachen Grund, dass unser Sohn womöglich Freundschaften mit anderen Kindern schließen würde, die aber nach zwei Wochen wieder abreisen müssen. Ständig neue Freunde finden, die nur kurz da sind und dann wieder verschwinden. Unserer Meinung nach, ist das für unseren Sohnemann nicht empfehlenswert, weshalb wir uns auch nicht an der Küste niederlassen. Dann doch lieber ein wenig ins Hinterland, aber dafür findet er Freunde, die auch bleiben!

Weiterhin war uns wichtig, dass die Schule in unmittelbarer Nähe ist, denn so ist gewährleistet, dass in dem Ort auch Kinder wohnen 🙂 Was nutzt es, wenn er mit dem Bus zur Schule fährt und die Kinder aus allen umliegenden Ortschaften zusammengewürfelt werden. Mit viel Pech würde er dann keine Kinder vor Ort finden, um Freundschaften zu schließen. Ebenso war ein Fußballverein LEBENSWICHTIG für unseren Sohn.

Deutsche Schule oder doch lieber eine spanische Schule?

Zu Beginn überlegten wir wegen einer deutschen Schule. Nachdem wir die Preise bzw. Gebühren entdeckten, war das Thema schon gestorben. Denn ehrlich gesagt sind wir nicht gewillt mehrere Tausend Euro im Jahr an Schulgeld zu zahlen. Weiterhin rieten uns viele Auswanderer, wie auch Spanier eine staatliche spanische Schule vorzuziehen – was wir dann auch taten. Vor allem wären wir dann auch sehr an die Region gebunden, damit kein weiter Schulweg ansteht.

Nachdem wir diese Punkte abgecheckt hatten, ging es erst an die Umgebung, ob diese uns auch gefällt. Da glücklicher Weise alle passte, hatten wir schnell den perfekten Ort (zumindest scheint es so) gefunden. Wie sich das natürlich im Alltag alles gestaltet, wird sich dann weisen. Natürlich halten wir euch auch hier auf den Laufenden 🙂

11 thoughts on “Auswandern ja – aber ohne Hilfe geht es nicht

  1. Du schreibst: “ Es würde auch reichen, wenn man einen Urlaub an dem Wunschort macht und dann diese wichtige Identifikation beantragt.“

    Soweit ich gelesen habe, funktioniert dies nicht weil man eine spanische Adresse angeben muss (um die NIE zu erhalten) – und wer macht schon mehrere Monate Urlaub (falls es mal wieder länger dauert).

    Oder gibts da nen Trick?

    1. Hi,

      das habe ich vielleicht etwas doof geschrieben und werde es auch gleich ändern. Im „Urlaub“ macht man ja in der Regel alles klar mit Haus mieten oder kaufen. Dann hat man die spanische Adresse ja und es geht ohne Probleme die N.I.E. zu beantragen. Mit Urlaub meinte ich auch eigentlich nicht den Erholungsurlaub, sondern den „Urlaub“ um mit dem Markler die Verträge zu machen, das Konto zu beantragen etc.

      Liebe Grüße
      Stephie

  2. Also Stephanie, ich bewundere euch echt. Ich würd mir das im Leben nicht zutrauen 🙂 Vielleicht verpasse ich so meine Chance, oder aber es packt mich in 20 Jahren mal, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Und dann wende ich mich an Dich 😀

    Ich lese ja auch regelmäßig mit und bin schon ganz gespannt auf die ersten Berichte „vor Ort“. Sind ja nur noch 4 Wochen 🙂 Tschaka 😉

    LG Anja

    1. Hi Anja,

      wir wollten auch immer warten, bis die Kinder aus dem Haus sind. Naja bei der Großen ist es ja so, aber irgendwann kommt eben der Zeitpunkt wo Du sagst – Jetzt oder Nie!! Und dann haben wir die Chance ergriffen. Und Du weißt ja, bei unserem Job ist es eben auch egal, wo wir wohnen 🙂

      Glaub mir, ich bin auch schon mächtig gespannt auf die Berichte „vor Ort“ 😀

      Grüßle
      Stephie

      1. Stimmt, Strom und Internet gibts überall 😀
        Ich denk, den richtigen Zeitpunkt wirds nie geben, wenn man alle Dinge (pro/kontra) abwägen würde. Ihr macht das schon richtig so 🙂

        1. Stimmt allerdings, wenn man auf den richtigen Zeitpunkt wartet, wird er definitiv nie kommen. Irgendwas ist doch immer!!

  3. Huhu, ich liebe dein Blog und freu mich immer auf einen neuen Artikel. Es gibt viele Auswanderer-Seiten, aber die klingen immer sehr abgedroschen und nüchtern. Packt mich beim Lesen überhaupt nicht. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr nie über die Rückkehr nachdenken müsst, denn wer sich zum Auswandern entschließt, hat immer seine Gründe. Liebe Grüße, Steffi

    1. Hallo Steffi,

      vielen Dank, das freut mich, dass Dir mein Blog gefällt 🙂 Ja das ist uns auch aufgefallen, da wir natürlich so viele Infos wie möglich einholen wollten. Außerdem ist das Problem, dass man nie so genau weiß, von wann die Infos sind bzw. teilweise von vor 5 Jahren – also nicht wirklich brandaktuell 🙁 Ich möchte meinen Blog so aktuell wie möglich halten, zumindest einmal im Jahr die wichtigsten Infos durchgehen, um sie evtl. zu aktualisieren. Denn nur so kann anderen wirklich geholfen werden finde ich.

      Wir hoffen natürlich auch, dass wir nie über eine Rückkehr nachdenken müssen, warum auch immer, und sind eben jetzt wirklich dabei uns einen Traum zu erfüllen, der eigentlich erst im Rentenalter angedacht war 🙂 🙂

      Lieben Gruß
      Stephie

  4. Lese schon regelmässig diesen Blog. Ich hab selbst mal für 6 Monate auf Mallorca gewohnt und gearbeitet. Die NIE-Nummer war tatsächlich der Schlüssel zu allem. Auf Mallorca bekommt man diese sofort mit. Vorausgesetzt, man weiß, wie und wann die jeweiligen Stellen (Amt, Bank usw.) geöffnet haben. Da hatte ich aber einen Erfahrenen Auswanderer, der mich da begleitet hat.
    Also…. Bin gespannt auf Eure weiteren Beiträge. Viel Glück und vielleicht sieht man sich ja irgendwann mal an irgendeiner Küste.
    LG
    Marc

    1. Hi Marc,

      oh ja wir sind auch gespannt. Denn ohne die N.I.E. kann man ja wohl nicht mal ein Auto kaufen. Und wochenlang mit dem Mietwagen kann ne teure Sache werden. Aber mein Motto lautet gerade: Alles wird gut 🙂 Naja und Almeria ist ja auch keine Weltstadt, dass man da Monate auf die N.I.E. warten muss. Außerdem hat unsere Maklerin viel für uns organisiert und ich denke sie hat da sicher jemand an der Hand, dass wir ein wenig Hilfestellung bekommen und dann eben wissen, wann wir wo erscheinen müssen 🙂

      Wir sind ja auch nicht auf der Welt, weißt ja wo Du uns findest 🙂

      LG
      Stephie

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