Werbung

Hinweis: In diesem Artikel ist Werbung enthalten. Klickst du auf den Link und bestellst etwas, erhalte ich eine kleine Provision. Doch keine Angst, ich erfahre nicht, was du ausgibst oder was du bestellst!! Weitere Infos findest du in der Rubrik "Werbung".
Interview mit Auswanderern

Ausgewandert nach Spanien – Interview mit Paulina

paulina

Werbung

Hinweis: In diesem Artikel ist Werbung enthalten. Klickst du auf den Link und bestellst etwas, erhalte ich eine kleine Provision. Doch keine Angst, ich erfahre nicht, was du ausgibst oder was du bestellst!! Weitere Infos findest du in der Rubrik "Werbung".
Paulina ist nach zuerst nach Barcelona ausgewandert und erzählt euch ein wenig, wie es dazu kam. Wie ihr seht, steht für viele bereits lange Zeit vor dem Auswandern fest, dass irgendwann dieser Tag kommen wird. Natürlich wartet man immer auf den richtigen Zeitpunkt, aber den gibt es einfach nicht. Wir haben auch gewartet und gewartet und eines Tages dann gesagt “Entweder JETZT oder eben NIE!” Also mussten wir uns, wie viele andere Auswanderer auch, entscheiden ob wir diesen Schritt wagen oder nicht. Natürlich hat jeder seine eigenen Gründe und die von Paulina erfahrt ihr heute :) Wer mehr erfahren möchte, kann sich auf ihrem Blog http://paulinaontheroad.com umschauen.

 

Paulina 21. Wann bist du ausgewandert?

Ich bin offiziell im Februar 2013 ausgewandert. Allerdings kam ich schon die Jahre zuvor im Sommer für längere Zeit nach Spanien um als Au-Pair zu arbeiten.

2. Wohin bist du ausgewandert?

Im Februar 2013 bin ich für ein Praktikum nach Barcelona ausgewandert. Ich sage „ausgewandert“ weil mir bewusst war, dass ich nicht vorhatte nach Praktikumsende wieder nach Luxemburg zurückzukehren. Nach 2 Monaten habe ich dann aus Madrid ein interessantes Arbeitsangebot erhalten und bin in die spanische Hauptstadt umgezogen.

3. Warum bist du ausgewandert, welche Beweggründe hattest du?

Ich hatte noch nicht genug von der Freiheit die mir das Studium im Ausland gab! Während meines Masterstudiums in Passau, durfte ich ein Semester in Malaga studieren. Dort bin ich dann auf den Geschmack gekommen und die spanische Lebensweise hat mir von Anfang an sehr gefallen. Im Rahmen meines Auslandssemesters in Malaga habe ich anschließend ein Praktikum beim Spanischen Roten Kreuz gemacht. Dort habe ich gesehen, dass die spanische Arbeitsweise zwar anders aber sehr angenehm ist. Außerdem erkannte ich, dass meine Sprachkenntnisse hier in Spanien sehr geschätzt wurden und mir viele Türen öffnen würden. In Luxemburg ist es ja normal, dass jeder 3 Sprachen fließend spricht. Hier in Spanien nicht!

In Malaga habe ich außerdem meinen Freund kennen gelernt. Es gab also triftige Gründe nach dem Studium nicht sofort nach Luxemburg zurück zukehren. 

4. Wie bist du am Anfang mit der Mentalität und der Sprache klar gekommen?

Eigentlich ganz gut! Ich hatte gute Spanischkenntnisse bevor ich nach Spanien kam. Das half enorm, weil die Leute hier kaum Englisch sprechen. Will man im spanischen Berufsleben weiterkommen und spanische Leute kennenlernen, muss man die Sprache beherrschen.

Die spanische Mentalität ist ein weites Feld… Ich liebe die spanische Herzlichkeit, dass man sich Zeit füreinander nimmt, dass Freundschaften hier einen hohen Stellenwert haben und dass es keine Entschuldigung gibt auch an einem Werktag feiern zu gehen!

Andererseits verstehe ich nicht wie man sich immer noch von Fußball oder Kataloniens Unabhängigkeitsdiskurs von dringenderen Problem ablenken lassen kann: Korruption, die offensichtliche Verlogenheit einiger Politiker, Ausbeutung auf dem Arbeitsmarkt, Jugendarbeitslosigkeit, Auswanderung von jungen und hoch qualifizierten Arbeitskräften usw.

Paulina 15. Was hast du getan, um dich in der neuen Heimat zurechtzufinden, Freunde zu finden und Anschluss zu bekommen?

Man muss sich bewusst machen, dass einige Regeln die in Luxemburg oder Deutschland gelten hier nicht gültig sind! Sei bereit zu lernen, dass es auch andere Lebensweisen gibt, als die nordeuropäische! Erst wenn man dies verinnerlicht hat, steht der Weg offen zu wahren Freundschaften… in egal welchem Land. Der Rest ist dann eine Überwindung von anfänglicher Schüchternheit und einem „Immer-wieder-aus-sich-herausgehen“.

Beim „Socializing“ mag ich es abwechslungsreich… manchmal schleppe ich meinen Freund zu deutschen Festen wie der deutsche Weihnachtsmarkt organisiert vom Goethe Institut oder Bierfesten. In Luxemburg oder Deutschland würde ich das höchstwahrscheinlich nicht tun, aber hier ermöglicht es mir mit der deutschen Kultur in Kontakt zu bleiben. Ein andermal gehen wir dann in spanischer Tracht auf die Feria. So kommt keiner der beiden Kulturkreisen zu kurz.

Ich mag auch Initiativen die den Kontakt zwischen Locals und Expats zu förden z.B.: Hiking in Madrid. Dort geht jeden Sonntag eine gemischte Gruppe von Spaniern und Expats in Berge Madrids wandern.

6. Hast du es je bereut in einem fremden Land einen Neuanfang zu machen?

Nein! Allerdings sehe ich es nicht als Neuanfang sondern als Fortsetzung meines Auslandsstudium das ich mit 19 Jahren begann. Bei der Größe Luxemburgs ist man ja schnell im Ausland. 

Natürlich kommen manchmal Situationen in denen man sich sagt: „So, jetzt reicht’s mir! Ich gehe wieder zurück ins beschauliche und geordnete Luxemburg!“. Aber solche Situationen hat jeder mal…egal wo man gerade lebt!

7. Hat sich alles so gestaltet, wie du es dir vorgestellt hast?

Privat ja! Beruflich muss man hier in Spanien auf der Hut sein, dass man dich nicht über den Tisch zieht. Da kommt es schon mal vor, dass du mit 2 Masterabschlüssen und 7 Sprachen ein Arbeitsangebot erhälst, bei dem du knapp den Mindestlohn verdienen würdest.

8. Was vermisst du wirklich an Deutschland bzw. Luxemburg?

Ich vermisse manchmal das deftige bayrische Essen! Außerdem mag ich dass man in Nordeuropa den Gesprächspartner nicht dauernd unterbricht. Anfangs habe ich z.B. immer abgewartet bis mein Gegenüber seinen Satz beendet. Bis ich merkte, die Spanier sprechen halt gerne und lange und es wird einem nicht übel genommen zu unterbrechen. Da musste ich mich manchmal überwinden und einige nordeurpäische Höflichkeitsregeln zu verdrängen.

Paulina9. Und was vermisst du gar nicht?

Besserwisserei und eine gewisse arrogante Distanzhaltung die ich leider in Luxemburg oder auch in Deutschland öfters erleben musste. Die leeren Strassen Luxemburgs am Abend vermisse ich auch nicht!

10. Was findest du so toll in deiner Wahlheimat?

Da bestätige ich wohl so manche Klischees: das gute Wetter, die Lockerheit der Leute und dass man abends auf kulinarische Entdeckungsreisen gehen kann ohne arm zu werden.

11. Was gefällt dir überhaupt nicht?

Die politische Situation und unendliche Meetings in denen 5 Leute gleichzeitig sprechen und man nachher noch immer nicht den grünen Zweig gekommen ist.

12. Würdest du wieder zurück nach Luxemburg gehen?

Ich denke, dass ich irgendwann wieder nach Luxemburg zurückgehen werde. Falls ich eines Tages Kinder haben werde oder mir etwas Eigenes aufbauen möchte, dann mache ich das lieber in Luxemburg. Ideal wäre allerdings mein Leben zusammen mit meinem Freund zwischen Luxemburg und Malaga zu verbringen.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert