Ausgewandert nach Spanien – Interview mit Marion

Das heutige Interview ist mit Marion, die ich schon seit einigen Jahren kenne. Sie hat uns irgendwie beeinflusst mit dem Auswandern nach Spanien und uns immer Mut gemacht, dass wir es wagen sollen. Marion und Gerd sind der Grund, warum wir in dieser Region gelandet sind und nicht wo ganz anders. So können wir uns immer wieder mal treffen und uns einen schönen Tag machen 🙂

Außerdem sind wir durch Marion und Gerd an unseren lieben Chico gekommen!! Wenn ihr mehr über Marion bzw. die Menschin und den Mensch von Emma erfahren wollte, findet ihr viele tolle Artikel auf „Mein tierischer Freund„, dem Blog von Marion. 

  1. Wann bist du ausgewandert?
    Wir sind schon vor 14 Jahren nach Spanien gekommen.
  2. Wohin bist du ausgewandert?
    Naja, wir sind eher zufällig in Aguilas gelandet. Die ersten Jahre haben wir uns zwischen Aguilas und Almeria bewegt und waren oft und lange in der Ecke San José (vor Almeria). Irgendwann sind wir nach Mojacar gezogen und mittlerweile wohnen wir seit fünf Jahren in Aguilas.
  3. Warum bist du ausgewandert, welche Beweggründe hattest du?
    Seit ich denken kann wollte ich schon auswandern, wobei ich kein bestimmtes Land im Auge hatte. Mir hat die Mentalität in Deutschland nicht gefallen. Ich fühlte mich schon immer irgendwie am falschen Platz – schwer zu erklären. Wir hatten eigentlich auch nicht vor nach Spanien zu gehen. Geplant war, den Winter in Spanien zu verbringen und dann nach Frankreich zu gehen. Letztlich gefiel es uns hier so gut, dass wir blieben.
  4. Was machst du beruflich? Oder hast du das Glück schon in Rente zu sein?
    Nein, Rente bekomme ich noch keine. Ich arbeite freiberuflich als Texterin.
  5. Wie bist du am Anfang mit der Mentalität und der Sprache klar gekommen?
    Mit der Mentalität kam ich sehr gut klar … mit der Sprache weniger.
  6. Was hast du getan, um dich in der neuen Heimat zurechtzufinden, Freunde zu finden und Anschluss zu bekommen?
    Wir, mein Lebensgefährte und ich, leben mit Absicht nicht mitten in der Gesellschaft. Wir sind ja ausgewandert, weil wir anders leben wollten und immer noch wollen. Freunde haben wir natürlich trotzdem gefunden. Das sind aber Menschen verschiedener Nationen. Wir haben auch nicht nach Freunden und Bekannten gesucht, sondern alles auf uns zukommen lassen.
  7. Hast du es je bereut in einem fremden Land einen Neuanfang zu machen?
    Nein, ich habe es noch keine Sekunde bereut. Für mich ist Spanien mein Zuhause geworden. Das habe ich auch dieses Jahr gemerkt, als ich das erste Mal in meinem Leben Heimweh hatte: Ich hatte Heimweh nach Aguilas, als wir in Deutschland waren.
  8. Hat sich alles so gestaltet, wie du es dir vorgestellt hast?
    Nein, es hat sich viel besser gestaltet, als ich es mir vorgestellt hatte. Unser Plan war ein komplett anderer als das, was wir dann erlebten und leb(t)en.
  9. Was vermisst du wirklich an Deutschland?
    An Deutschland vermisse ich nichts. Natürlich vermisse ich manchmal bestimmte Menschen.
  10. Und was vermisst du gar nicht?
    Die Neidkultur Deutschlands
  11. Was findest du so toll in deiner Wahlheimat?
    Allgemein sind die Menschen hier lebensfroher, hilfsbereiter, freundlicher und offener, als in Deutschland. Wir führen hier ein anderes Leben, als die meisten Spanier und werden dennoch akzeptiert und respektiert. Ich würde sagen, hier geht es wesentlich lockerer zu. Das Klima ist selbstverständlich auch nicht zu verachten, wobei ich den spanischen Sommer nicht mag. Dafür liebe ich Herbst, Winter und Frühling in Spanien.
  12. Was gefällt dir überhaupt nicht?
    Der Umgang mit Tieren gefällt mir gar nicht. Allerdings findet bereits ein Umdenken statt und immer mehr Spanier engagieren sich für die Tiere. Was meiner Natur widerspricht ist die Lautstärke Spaniens. Das ist ein Grund, weshalb ich fast nie in Restaurants u.ä. zu finden bin.
  13. Würdest du wieder zurück nach Deutschland gehen?
    Ich kann mir nicht vorstellen, zurück nach Deutschland zu gehen. Da müsste schon etwas Gravierendes passieren und was das sein sollte, könnte ich gar nicht sagen.
  14. Warum nicht? 
    Weil ich mich in Deutschland unwohl und eingeengt fühlte und fühle.

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