Zum Jahresende folgt natürlich ein Rückblick

Die Zeit rennt und wir sind schon fast 5 Monate im schönen Lubrin. Deshalb mache ich, pünktlich zum Jahresende einen Rückblick und muss sagen, etwas BESSERES hätte uns nicht passieren können. Wir sind, trotz Alltag, sehr glücklich hier und haben es noch keine Sekunde bereut, diesen Schritt zu machen. Auch unser Kleiner ist nach wie vor begeistert und fühlt sich sehr sehr wohl hier.

Sehr freundliche und herzliche Menschen

Noch immer bin ich überwältigt von der freundlichen und herzlichen Art der Spanier und Engländer, die hier leben. Wir sind in Lubrin sehr freundlich aufgenommen worden, unser Sohnemann war auch geschätzten 15 Kindergeburtstagen in den knapp 5 Monaten und wir waren immer mit eingeladen – das gehört sich hier so, dass die Eltern dabei sind. Trifft man sich im Ort, gibt es immer ein kleinen Small Talk und jeder hat ein nettes Wort für einen übrig. Dabei ist es egal, ob man Spanier oder Engländer trifft. Alle Menschen sind hier sehr sehr hilfsbereit und hat man ein Problem, ist immer einer zur Stelle und hilft bei der Lösung! Und genau das ist es, was das Leben hier ausmacht. Gut das mag wohl auch am Dorfleben liegen und in den Städten ganz anders aussehen, dennoch ist hier Neid und Mißgunst ein Fremdwort und das Miteinander steht im Vordergrund.

Die Schule in Lurbin ist Spitze

Natürlich ist hier ein anderes Schulsystem, aber wir sind begeistert davon. Erstens sind es kleine, nein sehr kleine Klassen. Unser Sohn hat 13 Mitschülerinnen und Mitschüler und es stehen zwei Lehrer für die Klasse zur Verfügung. David unser Lehrer würde in Deutschland mit Sicherheit sofort gefeuert werden, weil er locker, flockig und modern ist. Oder wo geht es in Deutschland noch mit Flip Flop und kurzer Hose zum Unterricht zu erscheinen. Auch gepiercte Lehrer sind keine Seltenheit, aber das ist vollkommen ok und die Kinder lieben die jungen Lehrer.

David hat unserem Kleinen sehr geholfen, da er ja kaum ein Wort Spanisch gesprochen hat. Im Unterricht mal eben per Google die Worte übersetzen waren keine Seltenheit und auch uns hat er immer wieder Dinge ins Deutsche übersetzt, um uns die Elternbriefe verständlich zu machen. Weiterhin haben die „ausländischen Kinder“ etwa 6 Stunden Nachhilfe bzw. Spanischunterricht pro Woche und die Lehrer tun hier alles, damit sie sich sehr gut eingliedern können. Und genau dies hat sehr viel dazu beigetragen, dass unser Sohn nach dieser kurzen Zeit ein glattes 1er-Zeugnis hat.

Das Dorf ist vernetzt

Und zwar komplett. Denn hier im Dorf hat glaube ich jeder, der auch Internet hat, Facebook und ist miteinander vernetzt. In Deutschland unmöglich, dass Lehrer und Eltern oder Schüler auf Facebook befreundet sind. Geht ja gar nicht, hier schon und das finde ich super. Man respektiert und achtet sich und gehört der Gemeinschaft hier an. Ob Bürgermeister oder Arbeitsloser, man ist auf Facebook vernetzt. Und wenn wer die Telefonnummer von dir hat, bist ganz flott in ner Whats App Gruppe und gehörst eben einfach dazu. Du bekommst Infos, wo was los ist, Einladungen zu Veranstaltungen oder auch einfach nette Nachrichten und es wird nachgefragt, wie es einem geht.

Behördengänge sind erlebnisreich

Nachdem wir mit der N.I.E. und Residencia einige Schwierigkeiten hatten, läuft es im Dorf ganz anders ab. Wir waren noch nicht mal bekannt und gerade ein paar Tage im Dorf und mussten uns anmelden. Alles kein Problem und als es dann ans Zahlen der 10 Euro ging hatte mein Mann nur einen 50 Euro Schein. Wir bekamen die Anmeldung (Padron) ausgehändigt und die nette Dame vom Ayuntamento sagte uns, dass wir die Tage bezahlen sollen, wenn wir es passend hätten. Ups, wir waren erschrocken, damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Wir hatten das Schreiben in der Hand und sollen halt irgendwann bezahlen.. so etwas hatten wir noch nie erlebt.

Wir haben Hühner

Und wisst ihr was, die laufen frei rum und keiner stört sich dran. Ok wir wohnen nicht mitten im Dorf und haben hinter unserem Haus nur Berge und sonst nichts. Aber dennoch haben wir ein paar Nachbarn, die sich die Tage noch köstlich amüsiert haben, als mir drei der vier Hennen ausgebüxt waren und in der Straße einen Spaziergang machten. Auf die Frage hin, ob die Nachbarn vielleicht drei Hühner gesehen haben, waren sie sehr belustigt und zeigten mit meine drei Damen die gemütlich die Straße entlang flanierten 🙂 Weibsen halt – zum Glück haben wir kein Schuhgeschäft in Lubrin 🙂

Es war die richtige Entscheidung!

Natürlich haben wir auch einige negative Erfahrungen gemacht, wie beispielsweise mit der N.I.E. und Residencia, aber dies ist nur ein so kleiner Punkt bei den vielen positiven Dingen, die wir hier erleben, dass wir das schon längst vergessen haben. In keiner Sekunde haben wir unseren Schritt bereut und sind hier so glücklich, dass unser Sohn es die Tage passend ausgedrückt hat. „Also für ein paar Tage Urlaub möchte ich ja schon Mal irgendwann nach Deutschland, aber dann ganz schnell wieder zurück!“ Was wollen wir also mehr? Wenn es unserem Sohn gut geht, sind auch wir glücklich und zufrieden, denn dies war die größte Angst, dass er sich hier nicht wohlfühlen könnte oder er unglücklich ist.

Und jetzt wünsche ich allen meinen Lesern und auch Nichtlesern einen super tollen Start ins neue Jahr und viel Glück, Erfolg und Gesundheit!!! Alles alles gute für 2015!

Feliz año nuevo!!!

 

3 thoughts on “Zum Jahresende folgt natürlich ein Rückblick

  1. Christa und Hans-Peter Paas

    Reply

    Liebe Steffi, dir und deinen Lieben wünschen wir alles Gute zum neuen Jahr. Wir freuen uns, das es euch gut geht und diesen Schritt nicht bereut. Uns geht es auch gut, vielleicht sieht man sich ja mal in eurer neuen Heimat, möglich ist alles. Bis bald alles Gute und viele Grüße an Mario und Miguel von Christa und Hans-Peter.

    1. Hallo Christa, hallo Hans-Peter,

      vielen Dank, wir wünschen euch natürlich auch alles alles Liebe und Gute für das neue Jahr und schicken ganz ganz liebe Grüße nach Köln. Ihr könnt ja mit meinem Eltern einen Andalusien-Besuch machen 🙂

      Stephie

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