Fußball in Andalusien – man muss nicht alles verstehen

Ein Fußballverein war natürlich wichtig für unseren Lütten und auch danach haben wir uns die neue Heimat ausgesucht 🙂 Dass das Leben in Andalusien etwas anders läuft, war ja klar. Aber dennoch gibt es ein paar Sachen, die man nicht unbedingt verstehen muss, wie die Sache mit dem Fußball in Andalusien.

Schönwetterspieler bekommt in Spanien eine ganz neue Bedeutung

Während in Deutschland, selbst mit den Kleinsten bei Wind und Wetter gespielt wird, spielt man in Lubrin zum Beispiel nur dann, wenn auch schönes Wetter ist. Ok, in Deutschland wären dann wohl sehr viele Trainingstage ausgefallen, zumindest im Winter. Hier ist eben fast nur gutes Wetter und wenn dann halt mal drei Tropfen Regen fallen oder es etwas windet, fällt das Training dann einfach aus. Daher kommt wohl dann auch der Begriff „Schönwetterspieler“ direkt aus Spanien 🙂

Weite Wege und kein Spiel in der Nähe

Obwohl wir in der Umgebung von Lubrin einige Fußballvereine haben, hatten wir wohl einfach das Pech in der falschen Gruppe zu sein. Wenn wir zu einem Auswärtsspiel müssen, sind wir mindestens 1 Stunde mit dem Bus unterwegs, da die Spiele fast alle in der Nähe von Almeria stattfinden.. Ja, mit dem Bus 🙂 Die Kids werden ganz nobel mit einem extra Bus zu den Auswärtsspielen gefahren, wie die Profis 🙂 Ist ja auch alles schön und gut, dennoch sind wir teilweise 4 Stunden im Bus, für eine Stunde zu spielen.. nicht unbedingt das, was man sich wünscht, denn der Tag ist dann gelaufen.

Ein Spiel absagen ist eine Hürde, die erst genommen werden muss

Letzte Woche hatten wir diese Situation. Wo das Spiel stattfinden sollte, weiß ich gar nicht. Ich weiß nur, dass wir knapp 200 km fahren mussten. Allerdings war das Problem, dass schon die Hälfte der Kids krank war und am Spieltag kamen noch weitere mit Fieber dazu. Also wurde bei dem Fußballclub angerufen, um das Spiel absagen zu können. Doch weit gefehlt… so einfach ist das nicht. Normal sind 7 Spieler auf dem Platz, auf der Bank sitzen dann auch nochmal einige, die nach und nach ausgewechselt werden können. Wenn hier aber mindestens 5 Spieler noch gesund sind, muss das Team anreisen und dann eben mit 5 Spielern das Fußballspiel bestreiten, ob es Auswechselspieler gibt oder nicht. Das zählt hier nicht.

Doch die bekamen wir nicht wirklich zusammen und wollten daher absagen. Noch besser, jetzt mussten erst einmal Attests für die Kids her, denn liegen diese nicht vor, kann auch das Spiel nicht abgesagt werden und es gibt eine saftige Strafe für den Verein, der nicht antritt. Also mussten alle mit den Kindern zum Doc, um das wichtige Attest zu bekommen, damit das Spiel abgesagt werden konnte. Nachdem dann alles vorlag, konnte endlich, nach langem hin und her das Spiel abgesagt werden, welches dann allerdings als verloren gewertet wurde.

Natürlich gibt es auch viele schöne Sachen

Denn wo gibt es das noch, dass die Jungs mal in großen Stadien spielen. Da fühlen sie sich doch gleich viel stärker, wenn es nicht nur ein kleiner Platz, sondern ein richtig tolles Stadion ist! Besonders toll finde ich, dass die Jungs hier gemeinsam, mit dem Schiedsrichter voran, wie bei einem Profispiel, auf dem Platz einlaufen. Für unseren Sohn war das etwas ganz Besonderes bei den ersten Spielen, da er das von Deutschland her gar nicht kannte. Ebenso, dass überhaupt ein Schiri dabei ist und man auch auf Abseits aufpassen muss. Das war absolutes Neuland für unseren Lütten und dementsprechend viel war er im Abseits 🙂 Ebenso war der Kunstrasen etwas ganz neues für uns, aber der fällt schon gar nicht mehr auf, weil man sich so schnell daran gewöhnt. Naja und wenn wir ehrlich sind, wäre es ja auch relativ sinnlos richtigen Rasen zu nehmen. So viel und so schnell könnten die Spanier gar nicht wässern, wie der vertrocknet wäre.

Auch das Miteinander der Eltern ist hier sehr schön und vor allem sehr nett. Ebenso die tolle Arbeit, die das Ayuntamento leistet und den Jungs und Mädels wirklich vieles ermöglicht. Der ganze Verein, auch wenn er noch so klein ist, tut viel für die Kinder und hat immer Überraschungen auf Lager. Wir sind sehr sehr gerne in diesem Verein auch wenn wir einiges etwas sonderbar finden :). Aber so ist nun das Leben in Andalusien und wir passen uns sehr gerne an – keine Frage!

 

 

 

4 thoughts on “Fußball in Andalusien – man muss nicht alles verstehen

  1. Tolle Erfahrungen. Ich musste außerdem feststellen, dass hier ausnahmslos auf Kunstrasen gespielt wird. Das macht die Pflege zwar leichter, nimmt dem ganzen aber so ein bisschen auch den Spaß.

    1. Oh ja Max, das hatte ich schon ganz vergessen. Aber irgendwie ist das schon normal mit dem Kunstrasen hier 🙂 Wir haben uns da so schnell dran gewöhnt, dass das schon gar kein Thema mehr ist…..

      1. Das hatte mich eigentlich gewundert. Dass bei dem Thema „Fußball in Andalusien“ das Thema „Kunstrasen“ nicht vorkommt, war irgendwie komisch. Man gewöhnt sich aber dran…
        Viele Grüße

        1. Ich habs mit aufgenommen Max 🙂 Aber wie gesagt, das ist für mich mittlerweile das NORMALSTE der Welt 🙂

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