Fiesta del Pan – San Sebastian 2015

Fiesta del Pan

So ihr Lieben, es hat etwas gedauert und heute war ich nicht die Schnellste, aber ab und zu muss ich auch mal etwas arbeiten – das Geld muss ja irgendwoher kommen. Aber jetzt gibt es hier eine ausführliche Zusammenfassung von unserer Fiesta del Pan, dem Treiben und dem wirklich tollen und unbeschwertem Fest, an dem JEDER Spaß hatte! Aber ich fange besser von vorne an 🙂



Zahlreiche Besucher von Nah und Fern

Bereits ab 10 Uhr standen die Mietwagen am Ortseingang Schlange und daran sah man, dass trotz Wochentag jede Menge Besucher für die Fiesta del Pan aus dem Umland kamen. Die Leute tummelten sich im ganzen Dorf und die meisten suchten sich ihr Plätzchen in der Bar. Hier hatten sie nicht nur eine gute Aussicht, auch konnten Sie gemütlich einen Kaffee trinken und entspannt dem bunten Treiben zuschauen. Der letzte Tag der Fiesta hatte also begonnen….

Party bis morgens um 4 Uhr – Fiesta del Pan in Lubrin

Der Start war am Montagabend und begann mit einer Messe zu Ehren San Sebastians. Danach zog eine kleine Prozession durchs Dorf und es war wieder Kirche. Ab 22:30 Uhr war die Fiesta dann eröffnet und die erste Band begann zu spielen. Montag war natürlich ein schlechter Tag, denn viele müssen Dienstags arbeiten, dennoch spielte die Band bis zum bitteren Ende. Nach Aussage einer Bekannten waren nicht sehr viele Leute da, doch die Band ließ sich dadurch nicht wirklich von ihrem Programm abbringen. Wir hörten die Musik bis zu uns – naja das Dorf ist ja auch klein – und verbrachten eine mehr oder weniger schlaflose Nacht. Denn anders wie in Deutschland ist hier Party, bis keiner mehr da ist. Das kann dann eben auch mal dann sein, wenn es schon hell wird. Dieses Mal war Live-Musik bis gegen 4 Uhr und dann konnte der Schlaf beginnen 🙂 Damit kann ich aber gut leben. Von diesem Abend kann ich euch daher nicht viel erzählen, weil wir nicht dabei waren. Unser Lütter war schon total ko und wir haben gegen 21:30 Uhr die Segel gestrichen und sind nach Hause.

Der Höhepunkt der Fiesta del Pan

Dieser war am Dienstag. Nachdem Kanonenschüsse die Leute in die Kirche trommelten, war auf dem Marktplatz, gegen 11 Uhr, schon einiges los. Die Prozession sollte ursprünglich um 12:30 Uhr beginnen. Aber wie wir das von Spanien ja kennen, verzögert sich hier grundsätzlich alles 🙂 Die Besucher und Touristen trudelten langsam ein und die ersten Stände hatten bereits aufgebaut. Es gab neben Süßigkeitenständen auch fliegende Händler die Spielzeug und sogar Tiere (Fische und Wasserschildkröten) anboten. Viele sicherten sich schon einen Platz auf der Terrasse der Bar und warteten auf die Prozession. Nach und nach wurden Tische aufgebaut und wir hatten keinen blassen Schimmer für was die benötigt wurden. Jetzt hieß es warten, bis die Prozession startete.

Um die Warterei etwas zu versüßen begannen bereits einige, die Brote vom 3. Stock auf den Marktplatz zu werfen und schnell war ein riesiger Tumult, da jeder diese Brote fangen wollte. Die Kids hatten richtig viel Spaß und ich glaube die Älteren noch mehr 🙂 Schon zwei Stunden vor Beginn marschierten einige mit Unmengen von Broten vorbei, die sie irgendwo aufegabelt haben.

De Zoch kütt

So oder so ähnlich bin ich mir vorgekommen. Nachdem die Messe beendet war, brach Hektik aus und jeder wollte der Erste sein. Alle stürmten regelrecht Richtung Kirche und schon waren die Dorfstraßen voll von Menschen. Brote wurden geworfen und die Fänger, die groß waren, hatten natürlich gut Karten. Sie griffen alles ab, was flog 🙂 Ganz ungefährlich war es natürlich auch nicht und es gab, wie jedes Jahr, einige Verletzte. Wenn so ein Brot trifft, dann kann das ganz schön schmerzhaft sein – weiß ich jetzt auch aus Erfahrung 🙂 Als sich uns der Pulk näherte sind wir dann doch wieder Richtung Marktplatz gegangen, da es für die Kids einfach zu gefährlich war. Die Menschenmassen, das Gedränge, die fliegenden Brote und die Erwachsenen, die natürlich wetteiferten, wer die meisten Brote hat, ist keine gute Mischung, wenn Kinder dazwischen sind.

Die Prozession ging durchs ganze Dorf und dauerte etwa eine Stunde. Überall wurden Brote geworfen und wir hielten uns immer etwas im Hintergrund auf. Auf ganze 15 Brote schafften wir es, was genug war. Die waren nämlich ganz schön schwer. Auf einer Kordel aufgefädelt schleppten wir die Brote nun durch die Gegend.

Picknick für alle

Nachdem die Prozession beendet war, wurden weitere Tische auf dem Marktplatz aufgeschlagen und plötzlich füllten sich alle Tische mit Essen und Getränken. Es gab Bier, Wein, alkoholfreie Getränke und jede Menge Wurst, Brot, Oliven, Bohnen und und und. Um jeden Tisch standen Menschengruppen und wir konnten damit so gar nichts anfangen. Nachdem wir uns schlau gemacht hatten, wussten wir, dass das Essen für JEDEN ist. Jeder konnte nehmen, was er wollte und es war praktisch ein großes Dorfpicknick in Lubrin. Wir zogen von Tisch zu Tisch und blieben mal hier stehen und mal dort. Am Picknick-Tisch der Schule und der AMPA (einer Elternvereinigung), war die ganze Lehrerschaft versammelt und knuddelten erstmal die Kids durch. Es wurde viel Blödsinn gemacht und alle hatten viel Spaß. Freibier für alle und die Stimmung war richtig toll.

Einen besonders leckeren Wein gab es am Tisch von spanischen Bekannten. Allerdings war das schon eher ein Sherry und nach dem ersten Schluck wusste ich, warum es keinen halben Becher voll gab, sondern nur ein kleines Schlückchen. Nach einem halben Becher dieses Weines wäre die Fiesta für mich wohl dann gelaufen 🙂 Bohnen gab es an fast jedem Tisch und die waren sehr lecker. Frisch gepflückt werden diese einfach aufgebrochen und die Bohnen gegessen – schmeckt toll zu Bier und zu Wein.

Im nächsten Jahr werden auch wir mit dabei sein und jede Menge Essen mitbringen. Sollte es wieder so kalt sein, gibts Glühwein 🙂 Den werden bestimmt auch die Spanier mögen!

Die Party beginnt

Gegen 16 Uhr begann dann auch die Band zu spielen, die richtig tolle Stimmung machte. Es wurde ausgelassen getanzt und nach und nach wurden die Tische in der Mitte des Marktplatzes abgebaut oder einfach auf die Seite geschoben. Es wurde gegessen, getrunken und getanzt und das ganze Dorf war auf den Beinen. Die ausgelassene Stimmung war ansteckend und schon nach dem dritten Song war wirklich fast jeder am Tanzen oder zumindest mitwippen. Egal ob Jung oder Alt, es wurde gefeiert. Die Videos und Bilder könnt ihr in der Bildergalerie San Sebastian 2015 finden.

Gegen 21 Uhr war dann Schluss und das Orquesta Pentagrama hatte sich das Ende wirklich verdient. Sie wussten genau, wie sie die Menschen zum Tanzen brachten und wie sie Stimmung machten konnten. Es hat Spaß gemacht und auch wenn wir am Anfang noch etwas verunsichert waren, haben wir dies schnell abgelegt. Wir sind angekommen war irgendwann mein Gedanken, als ich in einer ruhigen Minute den bisherigen Tag Revue passieren ließ. Die Spanier kamen auf uns zu, begrüßten uns, luden uns ein, die Lehrer wollten uns mit dem leckeren Essen mästen und die Rektorin musste mir noch unbedingt kleine Törtchen aufdrängen, weil ich mir gerade einen Kaffee geholt hatte 🙂

Fiesta del Pan – ein Muss auch für Touristen

Wenn auch ihr gerne in Spanien Urlaub macht, kann ich euch nur empfehlen eine solche Fiesta mitzuerleben. Vor allem die kleinen Dörfer stellen tolle Feste auf die Beine und die müsst ihr unbedingt erleben. Fernweh bekommen? Na, dann schaut mal hier nach günstigen Flügen und hier nach Hotels oder Ferienwohnungen in Andalusien.

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