Spanische Lebensmittel vs. Deutsche Lebensmittel




Spanische Lebensmittel sind etwas anders, allerdings kann man sich schnell daran gewöhnen, wenn man möchte. Jedoch war es gar nicht so einfach, sich durch diesen Dschungel zu kämpfen, da es nicht nur andere Lebensmittel waren, sondern ich auch nicht wirklich verstand, was auf den Verpackungen so stand. Allerdings habe ich schnell gelernt, welche spanischen Lebensmittel ich kaufen kann und welche ich besser im Regal stehen lasse. Hier gebe ich euch eine kurze Übersicht über ein paar spanische Lebensmittel.


Spanisches Brot

Spanisches Brot ist schlicht und einfach Weißbrot – aber in vielen verschiedenen Variationen. Neben dem bekannten Baguette gibt es noch das spanische Weißbrot mit Körnern, das oftmals süß schmeckt. Diese Sorten werden besonders gerne gekauft, wobei mir das süße Brot nicht ganz so schmeckt. Mit Wurst oder Käse ist das dann schon etwas gewöhnungsbedürftig.

Es hat jedoch länger gedauert, bis wir endlich ein normales Weißbrot gefunden haben, da ich irgendwie immer den Griff zum süßen Brot hatte. Denn auch da gibt es verschiedene Sorten. Mittlerweile kaufe ich bei unserem Bäcker in Lubrin ein rundes Weißbrot, das nicht süß ist und hervorragend schmeckt.

Schwarzbrot findet man hier gar nicht, außer in deutschen Läden wie Lidl und Aldi. Diese vielen verschiedenen Sorten Brot, wie in Deutschland gibt es hier ganz klar nicht und das ist auch ok so. Wenn wir mal Lust auf ein „Deutsches Brot“ haben, dann fahren wir zu Lidl und kaufen eben eins, was aber sehr selten vorkommt.

Dann gibt es noch zahlreiche Sorten Toastbrot – mit Kruste und ohne, mit Körner und ohne und und und. Ideal für Sandwich zu machen, aber wir ziehen in der Regel Baguettes und das runde Weißbrot von unserem Lubriner Bäcker vor.

Spanische Wurst- und Fleischwaren

Spanische Lebensmittel sind nicht in so großer Auswahl erhältlich, wie dies in Deutschland ist. Geht man hier zum Metzger, wird man nicht 20 Meter Theke mit den unterschiedlichsten Wurstsorten finde. Natürlich gibt es hier auch zahlreiche Sorten an Aufschnitt, aber längst nicht so viel in in Deutschland. Gekochten Schinken findet man vielleicht in drei oder vier verschiedenen Sorten, Aufschnitt mit Oliven, Bierschinken und zwei oder drei weitere Wurstsorten, das war es aber dann auch schon. Dann gibt es natürlich Salchichon und Chorizo in zwei bis drei Variationen und Serano Schinken – der darf ja nicht fehlen. Weiter gibt es noch verschiedene Schmierwurstsorten, die wir noch nicht alle probiert haben.

Bei vielen Wurstsorten wird aber noch zwischen normalem und dem iberischen Schwein unterschieden. Während die Produkte vom iberischen Schwein teurer sind, sind die anderen Preise für die spanischen Lebensmittel ziemlich gleich mit Deutschland. Einiges ist günstiger, anderes wieder teurer. Wurst und Fleisch vom iberischen Schwein ist jedoch um ein Vielfaches günstiger wie in Deutschland. Auch wird man hier keine Fleischtheke finden, die nur annähernd so voll ist. Fertige Pfannengerichte, bei denen das Geschnetzelte schon gewürzt ist, gibt es hier überhaupt nicht. Hier gibt es kein „schnelles Essen“ und es wird alles frisch gekocht!

Fisch und Meeresfrüchte

Wer Fisch und Meeresfrüchte liebt, ist in Andalusien natürlich genau richtig. Hier gibt es fast alles, was das Herz begehrt und die Preise sind ein Traum. 1 Kilogramm Garnelen kosten im Angebot 8,99 Euro, wer da nicht zuschlägt ist selbst schuld. Doch auch Tintenfische, Muscheln und vieles mehr findet man hier an riesigen Fischtheken, die wie auch beim Fleisch günstiger sind. Verpackte Garnelen kosten in der Regel 1 Euro mehr im Kilo. Alleine schon das Angebot ist so überwältigend, dass man gar nicht so richtig weiß, was man eigentlich kaufen soll.

Dosenfutter und Fix-Produkte

Spanische Lebensmittel heißt nicht Dosenfutter oder gar Fix-Produkte. Wer sich von Dosensuppen und -essen ernährt oder viel mit Fix-Produkten kocht, wird diese bei den spanischen Lebensmitteln definitiv nicht finden. So etwas gibt es hier nicht! Man findet höchstens mal eine Tütensuppe aber das war es auch schon. Linsen- und Bohnensuppen in Dosen gibt es auch, aber der Preis ist fast dreifach so hoch.

Dieses Phänomen findet man aber auch bei dem Fleischwaren. Verpackte Ware ist im Kilopreis teurer, wie die Ware, die es an der Frischetheke gibt. Hier in Andalusien sind schnelle spanische Lebensmittel entweder nicht erhältlich oder sehr teuer. Dies zeigt wieder, dass die Familien hier täglich frisch kochen, was ich super finde! Ich war nämlich auch sehr verwöhnt und hab gerne mal zu Fix-Produkten gegriffen, weil es einfacher war. Jetzt habe ich keine Möglichkeit mehr, also mache ich meine Soßen und Suppen gerne selbst!

Nudelsorten in Spanien

Nudeln gibt es ebenfalls in ein paar Sorten, doch grundsätzlich nur ohne Ei. Dennoch gibt es längst nicht so viele verschiedene Sorten, wie man sie in Deutschland findet, was aber vollkommen ok ist. Allerdings findet man in Spanien viele „bunte“ Pasta, was unserem Sohnemann so gar nicht gefällt. Was ich in Andalusien allerdings so schätze ist, dass es die Nudeln gleich in 2 Kilogramm-Pakete gibt (1,20 Euro im Angebot). Perfekt für uns, da wir die absoluten Pasta-Fans sind.

Mehl und Zubehör zum Backen in Spanien

Mehl, oh ja da konnte ich meine Erfahrungen machen. Denn hier in Andalusien findet ihr viele verschiedene Mehlsorten. Es gibt Mehl für Brot, Mehl für Kuchen, Mehl für Pizza, Mehl für alles, was man so backen und kochen kann. Etwa 5 verschiedene Sorten Mehl gibt es hier und wehe, ihr habt das falsche Mehl, dann schmecken eure Backwaren, wie meine Weihnachtsplätzchen, nach Weißbrot – aber voll und ganz. Ich habe jetzt zwei Sorten zu Hause – einmal das für Kuchen und eins für Brot. Damit fahre ich ganz gut.

Ansonsten gibt es beispielsweise Vanillezucker nicht in Tütchen, wie es in Deutschland der Fall ist, sondern in einem „Gewürzstreuer“. Auch das Backpulver ist in dreifacher Menge im Päckchen enthalten. Gar nicht so einfach, wenn man die Mengeangaben erst einmal neu lernen muss. Aber bisher hatte ich alles ganz gut im Griff und es hat geklappt.

Obst und Gemüse in Spanien

Ja, da gibt es große Unterschiede. Das Obst, das es hier auf dem Wochenmarkt zu kaufen gibt, würde in Deutschland keiner kaufen. Da sind Macken dran, es sieht nicht perfekt aus und die Bananen habe auch nicht die Norm, die vorgeschrieben ist. Aaaaaaber es schmeckt, und zwar richtig gut. Denn anders wie in Deutschland, wird das Obst nicht durch die Welt gekarrt, weil es oftmals aus Spanien kommt. Wir kaufen meist auch bei einem „Obst- und Gemüsebauer“, der zwar nicht viel Auswahl hat, aber dafür sehr gute Ware. Für 5 kg Orangen bezahle ich dann 2 Euro und für 2 kg Tomaten 1 Euro. Dafür muss es aber auch recht schnell verbraucht werden. Erstaunlich ist teilweise nur, dass die Zitronen, die hier ja in Massen wachsen, teurer sind wie in Deutschland. Naja und dann gibt es ja auch noch die Nachbarn und Freunde, die immer mal was an Obst und Gemüse aus dem Garten mitbringen 🙂

Die Auswahl an Obst und Gemüse ist viel kleiner – im Winter

Allerdings gibt es in Andalusien nicht annähernd die Hälfte der Auswahl, die wir in Deutschland in den Läden liegen hatten. Hier gibt es Saisonobst. Was es im Winter nicht gibt, findet man in der Regel auch nicht im Laden, was ich natürlich auch sehr begrüße. Am Anfang bzw. im ersten Winter hier war ich dann doch etwas erschrocken. Vom Sommer war ich so eine große Auswahl im Laden gewohnt und dann auf einmal, von einer Woche auf die andere, gab es nur noch etwa 1/3 davon. So kannte ich das von Deutschland überhaupt nicht und war im ersten Moment etwas schockiert. Aber das ist ok. Im Winter ernähren wir uns hauptsächlich von Orangen und Mandarinen, weil es die nun wirklich im Überfluss gibt. Solche leckeren und süßen Orangen hatte ich im ganzen Leben noch nicht – und selbst mein Papa hat sich welche mit nach Deutschland genommen 🙂

Spanische Lebensmittel sind keineswegs gewöhnungsbedürftig

Auch wenn man das von vielen Deutschen hört. Spanische Lebensmittel sind halt anders aber ich komme gut damit zurecht und vermisse an sich nichts aus Deutschland. Natürlich freue ich mich mal, wenn wir bei Lidl einkaufen, über ein dunkles Brot, aber ich kann nicht sagen, dass ich etwas an deutschen Lebensmitteln vermisse. Aus diesem Grund gehen wir auch so gut wie gar nicht zu Lidl, Aldi und Co. einkaufen, sondern ziehen die spanischen Lebensmittelmärkte vor. Natürlich muss man sich am Anfang etwas durch das Angebot kämpfen, aber bereits nach wenigen Wochen hatten wir damit keinerlei Probleme damit. Wer spanische Lebensmittel kauft, wird sich auch ganz schnell umgestellt haben, wobei die Touristen in der Regel in den deutschen Läden einkaufen gehen.

Dabei darf natürlich ein guter Wein aus Spanien nicht fehlen!



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