Wandern in Andalusien – Los Dioses Teil 1




Nach unserem Umzug vor knapp einem Jahr, wurde es nun wirklich Zeit, die weitere Umgebung von Rambla Aljibe zu erkunden. Wandern in Andalusien ist nicht nur bei den älteren Herrschaften sehr beliebt, sondern auch bei den jungen Familien, die hier Urlaub machen. Hier gibt es so viel zu sehen und und zu entdecken, dass selbst eine kurze Wanderung oder ein kurzer Spaziergang etwas ganz Besonderes sind. Das mache ich auch – täglich mit Capper. Jetzt möchte ich aber die weitere Umgebung erkunden und sehen, was es hier so alles gibt. Eigentlich sind wir zusammen losgezogen, um den Sonnenuntergang vom Berg zu fotografieren. Doch dann kam irgendwie alles anders.

Auf der Suche nach dem richtigen Berg

Da ich, dank meiner Arthrose, nicht ganz so gut zu Fuß bin, sind weite Wege ein Garant dafür, dass ich am nächsten Tag nur noch krabbeln kann. Also muss der größte Teil des Weges mit dem Auto zurückgelegt werden. Berge haben wir hier ja genug, nur wie kommen wir rauf, ohne stundenlang zu laufen? Erst sind wir in Richtung Zurgena gefahren, aber da gab es nur sehr deftige Schotterwege., Diese sind mit unserem alten Auto nicht wirklich ratsam, sonst könnte ein Teil abfallen oder so. Ich würde auch viel lieber längere Wanderungen unternehmen, aber tja, man kann eben nicht alles haben. 

Also machten wir uns auf in die andere Richtung, um den Berg schlechthin zu finden. Nachdem wir erst ein wenig rätselten, ob wir den oder den Schotterweg nehmen sollten, entschieden wir uns dann dafür, einfach mal zu schauen, wohin die Straße uns führt. Und siehe da, es ging bergauf – und zwar nicht wenig. Perfekt, um auf einen hohen Berg zu kommen und einen tollen Sonnenuntergang zu sehen. Wer diesen Weg lieber laufen möchte, kann dies natürlich auch. Hier gibt es im Herbst sehr viele Menschen, die das Wandern in Andalusien regelrecht zelebrieren und schon vor Sonnenaufgang wunderschöne Wanderwege aufsuchen.

Wir entdecken Los Dioses beim Wandern in Andalusien

Aber hallo, jetzt spielen wir auch noch Kolumbus und entdecken ein Dorf. Keine Ahnung wie das hieß, aber hier war es perfekt. Auf dem Berg, Parkmöglichkeit an der Straße und nach oben zu klettern, war in 30 Minuten erledigt. So muss das sein.

Wir also brav das Auto geparkt und Richtung Bergspitze aufgemacht. Wow, was eine Weite das hier ist. Ich liebe diese Aussicht und bin täglich aufs Neue von dieser Weite und diesem Ausblick tief beeindruckt. Hier könnte ich über Stunden hinweg einfach ins Tal und auf das Meer schauen. Eine kleine Brotzeit, ein lecker Weinchen und schon bin ich wunschlos glücklich.

Die Ziegen kommen

Es war mittlerweile schon etwa 19 Uhr und unser Sohnemann und ich stiefelten durchs Gestrüpp und machten jede Menge Fotos. Wir hatten ja noch etwas Zeit, da die Sonne erst so in einer guten halben Stunde untergeht. Capper hatten wir im Schlepptau und der fühlte sich hier auch richtig wohl, weil er so viele neue Sachen entdecken konnte. Plötzlich rief mein Mann, dass hinterm Berg eine Ziegenherde auf dem Weg zu uns ist. Da ich aber nicht so genau weiß, wie Capper auf die Ziegen reagiert und ich auch keine Ahnung hatte, wie der Hütehund drauf ist, leinten wir Capper an.

Kaum war er an der Leine, entdeckte ich auch schon den Ziegenhirten mit gut 100 Ziegen auf uns zu kommen. Unser Sohn und ich zückten natürlich gleich die Kamera, denn so nah waren wir einer großen Herde noch nicht wirklich. Kaum war der Ziegenhirte da, hielten wir natürlich ein Schwätzchen und es stellte sich heraus, dass wir da wohnen, wo er Familie hat. Wie soll es auch anders sein. Beim Spazieren und Wandern in Andalusien treffen wir immer irgendjemand, der mit einem Nachbar von uns verwandt ist. Da merkt man schnell, dass wir, seit unserem Umzug, in einer Ecke leben, wo es noch richtig große Familien gibt. 

Wir waren umzingelt

Durch das Schwätzchen bemerkte ich gar nicht, dass wir nun komplett umzingelt waren. Mein Mann saß gemütlich auf einem Stein, umzingelt von etwa 30 Ziegen, Capper drückte sich unter Mario in die letzte Ecke und wusste nicht recht, wie ihm geschieht. Der Hütehund war etwas ängstlich, aber nicht aggressiv und ging neugierig auf Capper zu. Doch irgendwie hatten beide sehr viel Angst und haben sich nicht so recht getraut, sich zu beschnuppern. Aber das war ok, sie können ja das Tempo bestimmen.

Die Ziegen waren ebenfalls furchtbar neugierig und wehe, wenn man sie nicht im Auge hatte. Die Hälse wurden immer länger und sie hätten gerne an uns gerochen und geknabbert, aber eine Bewegung und schwupp waren sie weg.

Wir haben dann noch eine ganze Weile mit dem Ziegenhirte gesprochen. Er hat uns dann auch noch gezeigt, wo er wohnt und erzählt, dass er mehr als 200 Ziegen hat. Dass er unserer Vermieterin auch schon zwei Ziegen gegeben hat und vieles mehr.

Der Sonnenuntergang war nun total vergessen aber naja, ein paar Bilder haben wir noch machen können, dann wurde es auch schon dunkel. Also sind wir alle zusammen den Berg hinunter und haben uns auf den Heimweg gemacht, ohne zu wissen, wie das Dorf eigentlich heißt. Wandern in Andalusien kann wirklich toll sein. Vor allem auch deshalb, weil man fast immer jemanden trifft, mit dem man ein Schwätzchen halten kann. 

Wie heißt das Dorf eigentlich?

Am nächsten Tag kam unser Opa, den ich natürlich gleich fragte, wie das Dorf dort auf dem Berg hieß. Los Dioses – Die Götter. Ja, hier ist man den Göttern nahe und man hat einen traumhaften Ausblick ins Tal, aufs Meer und auf die Berge rundherum. Einfach nur herrlich. 

Wenn wir uns wieder aufmachen, werden wir ins Dorf Los Dioses gehen und uns da ein wenig umschauen. Dieses liegt nämlich genau gegenüber von dem großen Berg und wir wollten ja eigentlich den Sonnenuntergang fotografieren – was durch die Ziegen irgendwie komplett daneben ging.

Egal, wir haben noch jede Menge Möglichkeiten einen wunderschönen Sonnenuntergang zu sehen und zu fotografieren, vor allem jetzt im Herbst – der wohl schönsten Jahreszeit in Andalusien. Willst auch du wandern in Andalusien, dann empfehle ich dir wirklich den Herbst. Nicht nur das Licht ist wunderschön, auch ist die große Hitze vorbei und es macht wirklich Spaß die Berge oder Täler zu erkunden. Hier findest du tolle Pflanzen, Tiere und kannst wunderschöne Sonnenuntergänge erleben.



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