Die spanische Krankenversicherung

Die spanische Krankenversicherung

Wer nach Spanien auswandern möchte, muss natürlich einiges beachten und darf die spanische Krankenversicherung nicht vergessen. Die Krankenversicherungsfrage muss als Erstes geklärt werden, da mit der Abmeldung aus Deutschland die dortige Krankenversicherung erlischt – es sei denn, du bist in einer Privatversicherung. Somit bist du, ab dem Tag der Auswanderung nicht mehr versichert, wenn du bei der gesetzlichen Krankenkasse Mitglied warst. Sinnvoll ist es daher, eine private Versicherung abzuschließen, bis du in Spanien im Krankensystem gemeldet bist.

Der Umzug nach Spanien

Wer auswandert, hat einiges zu beachten. Dabei gehen vor allem wichtige Dinge oftmals unter. Neben dem Hauskauf oder der Miete, der Arbeitssuche, der Planung und vielem mehr, vergessen viele das Wichtigste. Nämlich die Krankenversicherung. Diese ist so selbstverständlich, dass du sie schlichtweg vergisst. Dabei ist gerade die spanische Krankenversicherung anders und bietet nicht ganz so viele Leistungen, wie die deutsche Krankenversicherung. Gleichzeitig ist sie aber auch deutlich günstiger.

Private Krankenversicherung vor Umzug abschließen.

Wenn du deinen Umzug nach Spanien planst, solltest du dir darüber im Klaren sein, dass du ab dem Tag der Abmeldung in Deutschland nicht mehr krankenversichert bist. Daher ist eine private Krankenversicherung immer sinnvoll. Denn sind wir mal ehrlich, es passiert immer dann etwas, wenn man es nicht gebrauchen kann.

Wir hatten damals bei der Hanse Merkur eine Versicherung, die für 6 Monate gültig war. Wichtig zu wissen ist aber, dass du die Versicherung nur abschließen kannst, wenn du noch einen gültigen Wohnsitz in Deutschland hast. Nach der Abmeldung ist diese Versicherung nicht mehr buchbar!

Da eine Option auf Verlängerung bestand, waren wir mit der Krankenversicherung eigentlich zufrieden, da wir uns ja direkt nach Umzug im spanischen System anmelden wollten. Bei uns hat alles reibungslos funktioniert. Es kann natürlich auch sein, dass noch Probleme auftreten und die Anmeldung im spanischen Krankensystem nicht so schnell vonstattengeht. Daher war uns die Option der Verlängerung wichtig, auch wenn wir sie nicht benötigt haben.

Die staatliche Krankenversicherung in Spanien

Die staatliche spanische Krankenversicherung bzw. Sozialversicherung ist die Seguridad Social. In der Seguridad Social sind alle Leistungen der Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung vereint und die Beiträge sind deutlich unter denen in Deutschland. Dies ist nicht nur für Angestellte, sondern auch für Freiberufler ein wichtiger Punkt. Klar, dass die Leistungen anders als in Deutschland sind.

Zahnbehandlungen müssen beispielsweise grundsätzlich privat bezahlt werden. Das Einzige, welches in der Seguridad Social inbegriffen ist, ist das Ziehen eines Zahnes. Erhaltung oder andere Leistungen werden nicht übernommen und müssen aus privater Tasche gezahlt werden. Auch hier sind jedoch die Zahlungen deutlich niedriger als in Deutschland.

Die Aufnahme in die Seguridad Social

Auch in Spanien ist die Versicherung in der Seguridad Social für alle Bürger Pflicht. Das heißt, dass du dich nach deinem Umzug nach Spanien so schnell wie möglich bei der Seguridad Social anmelden musst. Hierzu musst du zur zuständigen Stelle an deinem Wohnort oder in der Nähe und musst die Tarjeta Sanitaria beantragen.

Einzige Ausnahme gilt für die Rentner. Deren gesetzliche Krankenversicherung wird in die spanische Krankenversicherung umgewandelt.

Voraussetzungen für die Aufnahme in die staatliche spanische Krankenversicherung ist ein ständiger Wohnsitz in Spanien. Zudem darfst du dich nicht länger als 90 Tage pro Jahr am Stück im Ausland aufhalten.

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Spanische Krankenversicherung für Angestellte und Selbstständige

Arbeitnehmer, sowie die Ehepartner und Kinder sind automatisch in der Seguridad Social versichert. Sobald du anfängst zu arbeiten, wirst du vom Arbeitgeber automatisch in der spanischen Krankenversicherung angemeldet.

Selbstständige und Freiberufler müssen sich selbst um die Anmeldung in der Seguridad Social kümmern. Dabei besteht im Moment die Möglichkeit für alle, die unter 30 sind und sich selbstständig machen wollen, die Beiträge gestaffelt zu zahlen. Das heißt, dass eine Staffelung besteht. Wer sich für die minimale Bemessungsgrundlage entscheidet, zahlt einen Regelsatz von etwa 270 Euro. Dieser staffelt sich dann folgendermaßen:

  • Die ersten 12 Monate zahlst du jeweils 50 Euro Beitrag/Monat.
  • In den Monaten 13 bis 18 fallen 50% des Regelsatzes, also rund 140 Euro, an.
  • In den Monaten 18 bis 24 gibt es nur noch 30% Rabatt und es fallen rund 200 Euro Beitrag an.
  • Ab dem 25. Monat muss der volle Minimalbeitrag mit etwa 270 Euro gezahlt werden.

Viele entscheiden sich für die minimale Bemessungsgrundlage, da sie die niedrigsten Beiträge hat. Jedoch solltest du nicht vergessen, dass sich dies auch aufs Alter und auf die Rente auswirkt. Denn mit dem minimalen Beitrag gibt es auch nur die minimale Rente.

Die Arztwahl in Spanien

Sobald du die Tarjeta Sanitaria erhalten hast, wird dir auch ein Arzt im Gesundheitszentrum (Centro de Salud) an deinem Wohnort zugewiesen. Dieser übernimmt die Erstversorgung und überweist dich dann gegebenenfalls an andere Ärzte. Er leitet alles in die Wege, wenn zum Beispiel eine Operation ansteht. Außerdem ist er dein erster Ansprechpartner, wenn es um eine Krankheit geht. Die Gesundheitszentren haben in der Regel vormittags die normale Sprechstunde und am Nachmittag Notfallsprechstunden.

Es ist nicht möglich, einfach zu einem Facharzt zu gehen. Du musst immer zuerst zum Hausarzt, der dich dann an den Facharzt weiterleitet. Daher sind die Termine immer sehr gefragt. Hier kann dir die App, die es zumindest in Andalusien gibt, helfen. Mit der App „Salud Responde“ kannst du problemlos einen Termin vereinbaren und auch mit Gesundheitsmitarbeitern chatten, wenn du ein Problem hast.



Dann gibt es natürlich noch die private spanische Krankenversicherung. Hier solltest du dich bei verschiedenen Anbietern informieren. Die private spanische Krankenversicherung hat, im Gegensatz zur Privatversicherung in Deutschland, andere Leistungen, kostet auch in der Regel deutlich weniger. Selbstständige bekommen oftmals einen günstigeren Tarif und haben einige Vorzüge. Dennoch kommt es ganz auf deine Prioritäten an und welche Wünsche du an die private spanische Krankenversicherung hast. Lasse dir lieber ein wenig länger Zeit, um dich zu versichern und schau dir die unterschiedlichen Anbieter genau an. Nur so hast du eine individuelle Versicherung, die speziell auf dich zugeschnitten ist.

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